Während der IFA 2014 in Berlin stellte Sony den neuesten Prototypen seiner SmartEyeglass Datenbrille vor. Am Rande der Messe veranstaltete Sony einen exklusiven Hackathon für die SmartEyeglass und den dazugehörigen Smarteyeglass-SDK.

Ziel bei dem rein technischen Event war es, den eingeladenen Software-Entwicklern über die Schulter zusehen, während sie kleine Apps für die Datenbrille umsetzten. Somit konnte jeder Teilnehmer Feedback über den Gebrauch des Software Development Kit (SDK) und der Brille geben, das für die Weiterentwicklung der SmartEyeglass genutzt wird.

Da wir uns bei queoflow auch immer gern mit neuen Trends und Technologien beschäftigen, hatten Josefine Zeipelt und ich die Gelegenheit am Hackathon teilzunehmen. Mit etwa vierzig anderen Software-Entwicklern, aus ganz Europa, konnten wir einen Tag lang Apps, basierend auf Android, für die Datenbrille entwickeln. Dafür wurde sowohl das oben erwähnte SDK als auch die Hardware in Form der Datenbrillen von Sony bereitgestellt. Umfang und Ziel der App waren frei wählbar. Auch die Größe der Teams, in denen entwickelt wurde, war sehr unterschiedlich.

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Da wir im Vorfeld bereits über verschiedene Ideen nachgedacht und die Machbarkeit in der verfügbaren Zeit abgewogen hatten, entschieden wir uns daher für die Umsetzung einer kleinen ToDo-App. Die Idee dahinter ist, dass man zum Beispiel seine Einkaufsliste auf dem Smartphone erstellt und diese während des Einkaufs mit der SmartEyeglass angezeigt bekommt. Somit hat man stets in Sicht, welche Produkte noch benötigt werden und kann die bereits in den Korb gelegten Produkte entfernen.

Als Besonderheit muss ich erwähnen, dass die SmartEyeglass ein stereoskopisches Sehen erlaubt. Anders als die Google Glass projiziert die Brille ein Bild auf beide Gläser und kann so Objekte direkt im Sichtfeld des Trägers anzeigen. Durch das begrenzte Sichtfeld werden die Informationen in Kacheln angezeigt, durch welche sich navigiert werden kann. Einfache Eingaben für die Navigation und Selektion lassen sich über einen kleinen Controller ausführen, der mittels Kabel an der Brille befestigt ist.

Die Brille benötigt ein Android-Smartphone Version 4.1 oder höher. Auf dem Smartphone werden Apps für die Datenbrille ausgeführt und synchronisieren ihre Informationen über Wifi bzw. Bluetooth mit der Brille.

Hier noch ein paar weitere technische Details:

  • 77 Gramm schwer (ohne Controller)
  • Monochromes Display (neon-grün) mit einer Auflösung von 419 x 138 Pixel
  • 3 Megapixel Kamera
  • Gyroskope
  • Kompass
  • Helligkeitssensor
  • Beschleunigungssensor

Für den Hackathon galt es zunächst sich in die SmartEyeglass API und die zugrunde liegenden Ideen einzuarbeiten. Sony stellt dafür Guides und Tutorials bereit, welche anhand von Code-Beispielen die Funktionsweisen und Möglichkeiten näher bringt. Nach der Installation des SDKs und Durcharbeiten der Tutorials, konnten wir schnell unsere Ideen umsetzen. Trotz einiger Schwierigkeiten schafften wir es, bis zum Nachmittag unsere ToDo-App fertig zu stellen.

Der Hackathon endete mit einer Präsentationsrunde, in der jedes Team seine Idee und den Stand des Prototyps vorstellen konnte. Interessant dabei waren die verschiedenen Ideen der anderen Entwickler, deren Herangehensweisen und auftretenden Probleme zu sehen. Einige versuchten beispielsweise die visuelle Ausgabe auszureizen (mit sich bewegenden Monstern) und Andere versuchten alle Hardware-Funktionen (Kamera, Spracherkennung, Gyrosensor, usw.) in eine App zu integrieren. Die Besonderheit in unserer App war es dagegen die ToDo-Listen zwischen der Brille und dem Android-Gerät zu synchronisieren und die Views auf beiden Gräten zu aktualisieren. Auch die anwesenden Entwickler von Sony waren sichtlich beindruckt von den vielen Apps, die während der sehr kurzen Zeit entstanden sind. Im Anschluss an die Präsentation sollten wir technisches Feedback zur Verbesserung des SDK geben. Auch wir konnten den ein oder anderen kleinen Bug aufdecken und weitergeben.

Wer selber etwas experimentieren möchte, hat seit dem 19.09.2014 die Möglichkeit sich das notwendige SDK herunterzuladen. Enthalten ist neben der Installationsanleitung und den Tutorials auch eine Emulator App. Dieser erlaubt es die SmartEyeglass zu simulieren und Eigenentwicklungen auch ohne Hardware zu testen.

Fazit

Es hat riesig Spaß gemacht mit der Brille zu entwickeln, auch wenn sie an einigen Stellen noch Defizite hat. Wir sind gespannt wie die Entwicklung bei Sony weiter geht und ob wir bald die Möglichkeit haben unsere anderen Ideen in Apps umzusetzen.

Ob sich die Brille bei Otto-Normalverbraucher durchsetzt, werden wir voraussichtlich 2015 sehen, wenn Sony die SmartEyeglass auf den Markt bringt.

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