Am vergangenen Donnerstag, 13.11.2014, war ich auf dem World Usability Day 2014 Dresden (WUD). Diese Veranstaltung findet jedes Jahr weltweit am gleichen Tag statt. In dessen Mittelpunkt steht die Entwicklung von einfach zu bedienenden Anwendungen und Gegenständen des täglichen Gebrauchs. Los ging es mit der Eröffnungsrede von Prof. Dr. Köhler vom Medienzentrum der TU Dresden. Im Anschluss hielten Jörg Sonntag und Thomas Dumke die Keynote zum Thema HOLOstage / Interaktive Performance-Installation.

Weitere Vorträge rund ums Thema Usability folgten und die Besucher des WUD 2014 konnten sich bei geführten Exkursionen die Arbeit der Forscher vor Ort anschauen. Am Nachmittag fand der Usability-Slam statt. In sechs Kurzvorträgen gaben Dresdner Firmen und Institutionen Einblick in ihre tägliche Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen. Auch ich stellte unsere Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt VISEA vor. In diesem Projekt beschäftigen wir uns mit alternativen Suchparadigmen bei der Produktsuche. Besonders im Bereich komplexer Finanzprodukte sehen wir Potential für neue Suchverfahren. Die tabellarische Darstellung von Suchergebnissen bietet oftmals keinen Mehrwert für den Suchenden. Eine grafische Darstellung bestimmter Merkmale von Finanzprodukten kann dem Suchenden eine bessere Vergleichbarkeit bieten. Ich zeigte den Zuhörern, wie wir das Prinzip des Visual Stackings (Abbildung 1) nutzen um vielschichtige Finanzdaten in eine visuelle Form zu bringen, die wir als generative Glyphen bezeichnen.

 

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Abbildung 1: Überlagerung von Zeiträumen der Performanz eines Finanzproduktes

Am Beispiel der Performanz und der Volatilität zeigte ich, wie man zeitraumbasierte Werte durch Überlagerung von Farben auf einer Fläche abbilden kann. Ähnlich den Jahresringen eines Baumes werden unterschiedliche Zeiträume (Intraday-Performanz, Wochen-Performanz, usw.) als Ringe abgebildet und entsprechend des Werts der Performanz (positiv/negativ) farblich (grün/rot) eingefärbt. Durch die Überlagerung langer Zeiträume durch kürzere Zeiträume ergibt sich eine Farbigkeit der Glyphe, die durch die Farbe längerer Zeiträume dominiert wird und durch kürzere Zeiträume nuanciert. Die Volatilität, ein Maß für das Risiko eines Finanzprodukts, hingegen wird durch eine Schwingungslinien als Ring um die Glyphe dargestellt. Je höher die Volatilität, desto stärker ist die Amplitude und geringer ist die Wellenlänge der Schwingungslinie (Abbildung 2).

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Abbildung 2: Darstellung der Performanz und der Volatilität eines Produktes in einer Glyphe

Anschließend präsentierte ich das Interface des Demonstrators, in welchen die Glyphen Verwendung fanden um anhand eines Referenzprodukts ähnliche Finanzprodukte zu suchen. In diesem Demonstrator kann der Nutzer ein Finanzprodukt wählen. Ausgehend von diesem werden unter Berücksichtigung von bestimmten Kriterien ähnliche Produkte gesucht und nach Produktgruppen gruppiert in der Ergebnisansicht dargestellt. Je ähnlicher ein Produkt, desto weitere links wird es dargestellt (Abbildung 3).

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Abbildung 3: Demonstrator für die motivbasierte Suche

Abschließend zeigte ich noch weitere Formen von Glyphen, die während des Forschungsprojekts entstanden sind. Dabei konnten die Zuhören sehen, welche Darstellungsformen sich für die Abbildung von Merkmalen besser eignen als andere. In der Frage und Diskussionsrunde beantwortete ich noch interessante Detailfragen zu den gezeigten Konzepten und Prinzipien.

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Der WUD 2014 zeigte mir neue Ideen und Fragestellungen, denen wir in Zukunft bei queoflow nachgehen werden. Wir werden sicher auch nächstes Jahr wieder den WUD besuchen und unseren Beitrag leisten.

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