Wer kennt es nicht? Das Jahr neigt sich dem Ende zu und man hat vor lauter Arbeitsmoral vergessen sich darum zu kümmern sich weiterzubilden. So erging es mir Anfang Oktober. Also habe ich im Internet nach lohnenswerten Web-Konferenzen recherchiert und fand die dotJS, welche einen sehr guten Eindruck auf mich machte.


Besonders, weil zwei Tage zuvor auch die dotCSS stattfand und es allgemein nicht viele Konferenzen zum Thema CSS gibt. Dass die Konferenz in Paris sein sollte war für mich zusätzlich eine tolle Möglichkeit diese Stadt einmal kennenzulernen und gleichzeitig meine Sprachkenntnisse zu verbessern.

Da jeder queo-Mitarbeiter pro Jahr eine Woche für Weiterbildungen und Konferenzen nutzen darf, bekam ich prompt die Zusage dafür und mein Flug inkl. Hotel wurden auch gebucht. Dann konnte es ja losgehen!

Nach einem ausgiebigen Frühstück zu Hause und einer guten Tasse Kaffee machte ich mich auf dem Weg von Dresden über München in die Hauptstadt von Frankreich – Paris. Schnell auf dem Flughafen noch ein Ticket kaufen für die Regionalbahn damit ich bald in mein Hotel komme. Nach 10 Minuten hab ich dann auch geschafft herauszufinden welches Ticket das richtige ist und durfte durch die Ticketkontrolle gehen. Dank Google Maps war es auch kein Problem die Verbindung zu finden.

Am Bahnhof “Gare du Nord” (ich schätze mal es soll Nordbahnhof heißen) angekommen hab ich mich dazu entschlossen das letzte Stück zu laufen, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen. Obwohl ich dringend eine Toilette brauchte – aber keine auf dem Bahnhof fand – und gesundheitlich etwas angeschlagen war, hat mich die Stadt in diesen 1,5 Kilometern schon sehr beeindruckt. Tausende Menschen verschiedenster Herkunft begegneten mir auf dem Weg ins Hotel, an jeder Ecke gab es kleine gemütliche Bistros, Shops und stilvoll eingerichtete Cafés, teilweise mit Heizstrahlern für den Außenbereich. Während ich den Moment genoss, wollte ich eine Zigarette rauchen und suchte deshalb nach einem Automaten oder einem Laden wo man welche kaufen kann. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwierig sein würde. In Frankreich kann man – im Gegensatz zu Deutschland – nicht überall Zigaretten kaufen sondern muss einen dieser speziellen kleinen Tabakläden finden.

Im Hotel angekommen machte ich es mir noch kurz gemütlich und schoss Fotos vom Zimmer, wie man das eben so macht als Tourist. 😉 Daraufhin zog ich weiter, um die nähere Umgebung des Grand Boulevards zu erkunden und mir ein Abendessen zu besorgen. Vorbei an kleinen Imbiss-Läden, einem Supermarkt vom Niveau eines Dresdner “Konsum” und vielen weiteren Restaurants sah ich eine Menschenschlange auf dem Gehweg innerhalb einer Absperrung mit einem roten Band stehen. Ich sah, dass es ein Restaurant im Hinterhof der schmalen Gasse sein muss wovor diese ca. 40 Menschen gewartet haben. Was für ein elitärer Laden das wohl sein muss… Aber dazu später mehr.

DotCSS 2016 im Theatre des Varietés Paris

Am nächsten Tag war es so weit. Die dotCSS fand im „Theatre des Varietés“ statt, 300m entfernt vom Hotel. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an meine lieben Kollegen für die tolle Unterkunft im Herzen von Paris. Als ich lauter, zumeist männliche, junge Menschen zwischen 20 und 30 mit einem gelben Punkt auf der Jacke sah wusste ich, dass ich hier richtig bin. Wobei der Anblick jener Berufskollegen im Vergleich zur Eingangshalle des Theaters schon einen ungewohnten Blick bot. Ich lies mich also nieder in einem der weich gepolsterten roten Sitze und lies mich überraschen. Die Themen waren bunt gemischt von CSS-Icons über CSS-Variablen bis hin zu einer Abhandlung über Easing in Animationen. Zwischendurch wurden die Teilnehmer mit leckerem französischem Gebäck, Obst und natürlich Kaffee bei Laune gehalten.

Im Anschluss an dieses Event hatte man die Möglichkeit dann im O’Sullivans gleich nebenan sich unter die Leute zu mischen und bei einem lecker-spritzigen „Blanc 1664“ den Tag ausklingen zu lassen und Bekanntschaften zu machen. Ich war erstaunt woher die Teilnehmer alle angereist sind. Neben vielen Kollegen aus dem Euroraum hatte ich auch die Gelegenheit mich mit Web-Entwicklern aus Kanada, Indien und sogar Australien auszutauschen. So konnte ich auch meine Englischkenntnisse mal so richtig unter Beweis stellen.

Am nächsten Tag stand natürlich Sightseeing auf dem Plan. Vorbereitet mit vielen nützlichen Tipps von Freunden ging ich los. Da es aber einfach zu viele Sehenswürdigkeiten gibt um sie an zwei Tagen zu studieren lies ich mich bei dem schönen Wetter einfach durch die Stadt in Richtung Seine treiben. Vorbei am Louvre, über die Ponte Neuf – die erste erbaute Steinbrücke von Paris bis zur Notre Dame. Arc de Triomphe / Champs-ÉlyséesÜberwältigt von den vielen wunderschönen Gebäuden auf engstem Raum und etwas unterkühlt suchte ich mir ein Café und genoss die warme Mittagssonne bei einer Tasse Cappuccino. Nebenbei lauschte ich dem Straßenmusiker nicht unweit von mir. Welch kaiserliches Leben… bis dann die Rechnung für die Tasse Kaffee kam. Ich zahlte etwas widerwillig die 8 Euro und redete mir ein, dass der Moment wohl das Geld wert sein wird. Nun wollte ich unbedingt noch eine andere Ecke von Paris kennenlernen. Also stieg ich in die Metro und fuhr in Richtung „Charles de Gaulle Étoile“ um kurz den Champs-Élysées zu betrachten und weiter zum Eiffelturm zu fahren. Wieder im Tageslicht angekommen sah ich unerwartet vor mir den „Arc de Triomphe“. Ein wirklich imposanter Anblick der zum ersten Selfie meiner Tour führen sollte. Bitte lächeln!!!

Von weiten konnte ich auch schon mein Ziel, den Eiffelturm erkennen. So weit kann es ja nicht sein, dachte ich mir und lief los. Als ich nach 20 Minuten immer noch nicht angekommen war merkte ich, dass dieser Turm ziemlich groß sein muss. Nun gut. Nach weiteren 10 Minuten zu Fuß stand er vor mir. Und was macht man in diesem Moment als erstes? Natürlich ein Foto!

Der Eiffelturm Es hätte mich dann auch sehr gereizt den Ausblick von oben zu genießen. Doch es war Samstag und wahrscheinlich die Hälfte aller Pariser Touristen standen vor mir in einer langen Schlange. Das verdarb mir die Lust auf den Ausblick, also machte ich mich auf den Heimweg um mich kurz aufzuwärmen und ein schönes Restaurant mit französischer Küche zu finden. Dank tripadvisor und the fork hab ich auch eine Location in der Nähe gefunden in der es sogar 30% Rabatt geben sollte. Zum Glück, wie sich später herausstellte. Mein Menü, welches ich nach einer Übersetzung der französischen Karte bestellt habe, bestand aus einem überaus delikaten Bordeaux, einem pochiertem Ei auf Röstzwiebeln und als Hauptspeise ein standesgemäßes Entrecôte – „well done please!“.

Gut gestärkt, wenn auch nicht hundertprozentig zufriedengestellt, hielt ich noch Ausschau nach Möglichkeiten, wie ich das Nightlife von Paris entdecken kann. Auf dem Weg lies ich zwar hunderte Bistros, Cafés und Restaurants hinter mir aber keine Bar hatte ansatzweise eine Tanzfläche geschweige denn lautere Musik zu bieten. Ich bin wohl im falschen Stadtteil unterwegs, dachte ich mir. Etwas enttäuscht und kaputt vom Tag ging ich dann wieder zurück in mein Hotel. Am kommenden Tag wollte ich ja unbedingt noch auf den Montmartre zur Basilika „Sacré-Cœur“ gehen.

Bevor ich den langen Anstieg hinauf zum Montmartre auf mich nehme machte ich noch einen Abstecher zur Pariser Oper und der Galerie La Fayette. Welch ein Glück! Dort gab es folgerichtig bei dieser Kälte einen sehr leckeren Glühwein – auch wenn das für die Franzosen wohl eine Schändung des edlen Traubensafts sein wird. Nach vielen endlosen Gassen und tausenden Geschäften war ich dann am Ziel und konnte den Ausblick über Paris genießen. Der wohl schönste Ort der ganzen Stadt wenn ihr mich fragt! Nur die Temperatur lud nicht wirklich zu einem Glas edlem Bordeaux ein. Der wäre wohl sehr schnell zu Eiswein geworden.

Panorama der aussicht von Montmartre

Am Montag war es dann so weit. Die dotJS öffnete 9:30 Uhr ihre Türen im Dock Pullman. Ich mischte mich also unter die anderen Experten meiner Branche und lauschte den mehr oder weniger spannenden Vorträgen über Node + Yarn, Javascript-Frameworks wie z.B. Angular2 oder Vue.js, die Nutzung einer Streaming-API und vielen weiteren Themen. Am Ende war ich allerdings etwas enttäuscht über die Fülle der Informationen. Ich hatte mir mehr Wissen erwartet welches ich im Arbeitsalltag anwenden kann. img_2106Ich hatte eher den Eindruck eine Übersicht über die neuesten Frameworks und Bibliotheken bekommen zu haben. Dafür war der Austausch mit den anderen Teilnehmern wieder sehr inspirierend.

Nachdem dann auch die After-Show-Party vorüber war begab ich mich auf den Weg ins Hotel. Vorher musste ich aber unbedingt noch ein Restaurant ausprobieren, das mir von mehreren Personen empfohlen wurde – das „Le Bouillon Chartier„. Davor steht fast immer eine Menschenschlange die darauf wartet einen Platz da drin zu ergattern. Ich fragte mich also, was so besonders daran ist. Drin angekommen erwartete mich das blanke Chaos. Alle Plätze restlos belegt und die Kellner wuselten nur so umher, um alle Leute zu bedienen. Da ich allein war wurde ich an einen freien Platz neben drei netten koreanischen Touristinnen gesetzt. Beim studieren der Karte verstand ich dann das Konzept und den Grund warum so viele Menschen sich anstellen um dort rein zu kommen. Es ist einfach um Längen günstiger in diesem Restaurant. Und das bei annähernd gleicher Qualität der Speisen. Mein Fazit: Wenn man nicht menschenscheu ist muss man das mal erlebt haben!

Abschließend kann ich nur jedem, der noch nicht in Paris gewesen ist, raten genug Zeit und Taschengeld einzupacken und sich diese Stadt mit seiner oder ihrem Liebsten mal anzusehen. Ich werde wieder hinfahren. So viel steht fest!

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