Keine Konferenz wie jede andere: Die PHP Benelux in Antwerpen sticht hervor. Nicht nur die Fachlichkeit wird hier tiefgehender behandelt – auch das Entertainment kommt nicht zu kurz. Was Monty Python mit dem Entwickleralltag zu tun hat und was unser Entwickler Stephan Lindner ansonsten Ende Januar in Antwerpen erlebt hat, verrät er uns im Interview.

Stephan, Du warst Ende Januar auf der PHP Benelux Konferenz. Erzähl doch mal, wie es dazu kam: Warum hast Du Dir genau diese Veranstaltung ausgesucht? Was war gerade für Dich so interessant daran?

Stephan: Auf die PHP Benelux bin ich durch Twitter aufmerksam geworden, da die Nutzer dort sehr positiv über die Konferenz berichtet haben. Daraufhin habe ich mir die Veranstaltung genauer angeschaut und habe festgestellt, dass die Sessions, die dort angeboten werden, sehr in die Tiefe gehen. Bei den meisten Veranstaltungen dieser Art werden Themen eher oberflächlich behandelt. Oft wird nur ein sehr abstrakter Sachverhalt kurz angerissen, bevor es dann schon wieder vorbei ist. Bei der PHP Benelux hingegen werden in den Sessions konkrete Themen tiefgreifend besprochen, was mich an der Veranstaltung dann besonders interessiert hat. Außerdem waren wir in unserem Team noch nie auf einer Konferenz im Ausland, nur auf internationalen Konferenzen innerhalb von Deutschland. Deswegen wollten wir ausprobieren, wie die Organisation abläuft und ob es alltagstauglich ist, öfter eine Veranstaltung außerhalb von Deutschland zu besuchen.

Du hast am ersten Tag der Konferenz einen Workshop besucht. Was war das Thema? Konntest Du da für Dich etwas mitnehmen, was Dir in Deinem Alltag weiterhelfen wird?

Stephan: Der Name des Workshops war „Tactical DDD (just better OOP?)„. DDD steht für Domain Driven Design und ist ein Konzept zur Modellierung einer komplexen Anwendungsdomäne. Jeder Entwickler oder jedes Unternehmen hat ein Fachgebiet, das er mit seiner Software möglichst gut abbilden will. Es geht bei DDD darum, die Logik, die hinter dieser Fachlichkeit liegt zu modellieren und weniger auf technische Details, wie Frameworks, einzugehen. Ziel ist es, das System robuster aber gleichzeitig auch flexibler zu gestalten. Dabei konzentriert man sich vor allem auf die Modellierung der Domäne, da sich hier der größte Teil der Komplexität verbirgt. Im Workshop wurde z.B. vermittelt wie man mittels Bounded Context die fachlichen Bereiche klar abgrenzen kann, um die Komplexität in überschaubare Teile zu gliedern. Ein weiterer lehrreicher Punkt waren die zahlreichen Diskussionen über die Definition und Verwendung von üblichen Stereotypen, wie Entität, Wertobjekt, Aggregat, Repository und  DomainService im taktischen DDD. Dadurch konnte man sich gut in eine andere Sicht- und Denkweise versetzen und etwas für die Zukunft mitnehmen.

Du hast schon erzählt, dass die Vorträge sehr tiefgehend waren und dass das für Dich als Entwickler ganz besonders interessant war. Kannst Du darauf noch einmal eingehen?

Stephan: Es gab beispielsweise einige Vorträge über defensive Programmierung, das heißt, dass die Software weniger fehleranfällig und entsprechend wartungsfreundlich ist. Software bleibt ja nie lange gleich, sondern unterliegt ständigen Änderungen. Um diese Fehleranfälligkeit langfristig zu reduzieren gibt es beispielsweise Richtlinien für den Programmierer. Viele Mitarbeiter von großen OpenSource-Projekten haben dieses Thema behandelt und es war besonders interessant, deren Richtlinien zu kennen.

Dabei fällt auf, dass Unternehmen und Programmierer zwar viele unterschiedliche Projekte durchführen, aber beim Austausch schnell klar wird, dass immer wieder die gleichen Probleme auftreten. Es ist immer sehr interessant, auch die Probleme anderer zu betrachten und vor allen Dingen, welche Lösungen dabei gefunden wurden und welche Vor- und Nachteile es dabei gab. Würden die Unternehmen noch einmal genauso handeln oder beim nächsten Mal doch noch etwas anders vorgehen? Das ist der Teil, von dem alle profitieren können. Auch die anschließenden Diskussionen sind dann tiefgehender als üblich und reduzieren sich nicht nur auf oberflächliche Fragen.

Es gab auch keinerlei Vorträge, die durch einen sehr werblichen Charakter hervorgestochen haben. Die meisten Vorträge haben sich eher durch die vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten positioniert. Naja, einen Google-Cloud-Vortrag gab es doch.

Zusammenfassend war das Programm in jedem Fall sehr abgerundet. Vor allem die ersten und letzten Sessions stachen oft hervor, da diese so gestaltet waren, dass man erst einmal in die Veranstaltung reinkommt oder sie das Programm abrunden. Aber auch insgesamt waren die Inhalte qualitativ hochwertig, denn gerade durch die Tiefe konnte ich sehr viel für mich mitnehmen.

Wenn man auf die Website der PHP Benelux schaut, merkt man gleich, dass dort die Tonalität etwas anders ist als auf anderen Konferenzen: Man sieht viel Star Wars und generell ist die Ansprache nicht allzu ernst. Außerdem hast Du erzählt, dass es auf der Konferenz viele Interaktionsmöglichkeiten abseits von Vorträgen und Workshops gab. Erzähl uns doch einmal davon!

Stephan: Der Unterschied zu den meisten anderen Konferenzen war wirklich groß. Meistens sind diese so, wie man sich Konferenzen vorstellt: Ein großer Raum mit vielen Besuchern und dazu gibt es ein paar Aussteller. Wenn jemand kreativ ist, gibt es vielleicht einen Cocktailstand. Das alles war auf der PHP Benelux völlig anders. Der erste Eindruck war auf jeden Fall: Hui! Das, was ins Auge fiel, waren ein riesengroßer Roboter und ein vier Meter großes Ufo. Das kam eher unerwartet und hat natürlich das Nerd-Klischee auf die Spitze getrieben. Auf den zweiten Blick hat sich dies aber nicht bestätigt, da alle einzelnen Aussteller ähnliche Möglichkeiten mitgebracht haben. Es gab Billard, Tischtennis, Pinball und sogar Laser-Tag. Witzig waren auch die Jahrmarkt-Automaten, aus denen man sich Preise herausangeln konnte. Gerade durch diese Gelegenheiten kam man mit den anderen Besuchern noch viel schneller ins Gespräch – wenn auch natürlich nicht immer primär über Fachthemen. Aber der Einstieg in Gespräche war dadurch viel einfacher und oft hat man sich im zweiten Schritt dann doch über fachliches austauschen können. Dass es auf einer Konferenz ein so breites Angebot gab, habe ich selten gesehen.

Flipperautomaten waren nur eine der vielen Beschäftigungsmöglichkeiten abseits von Vorträgen & Sessions auf der PHP Benelux

Was war dein Highlight auf der Konferenz? Gab es einen ganz besonders interessanten Vortrag, oder waren es die guten Gespräche abseits des offiziellen Teils?

Stephan: Die Vorträge waren in der Masse auf jeden Fall sehr hochwertig und es war kaum eine Session dabei, die sich eher als uninteressant entpuppt hat. Es gab beispielsweise einen Vortrag, in dem jemand Ausschnitte von Monty Python gezeigt hat und diese mit dem Entwickleralltag verglichen hat – es ging dabei um die Zusammenarbeit mit Kunden, Definitionen von Anforderungen und vielem mehr. Der Speaker hat dabei eigentlich nur sehr wenig erzählt aber so passend kommentiert, dass der damit auf jeden Fall im Gedächtnis geblieben ist.

Aber wie so oft waren die Gespräche abseits der Sessions ebenso ein weiteres Highlight. Auch wenn die Kommunikation durch die Dialekte teilweise etwas schwierig war. Meistens konnte man sich dann aber doch gut verständigen und hat gute Gespräche geführt.

Insgesamt war es also eine sehr coole Konferenz, die sich von anderen abgehoben hat – auch wenn der Weg dahin diesmal etwas länger war.

Hattest Du, trotz des vollen Terminkalenders auf der Veranstaltung, Zeit ein bisschen die Hafenstadt Antwerpen anzugucken?

Stephan: Dieses Mal leider nicht – da habe ich mir um die Konferenz herum nicht genügend Zeit eingeplant. Aber das würde ich beim nächsten Mal auf jeden Fall nachholen. Beispielsweise soll der Zoo oder der Hafen von Antwerpen sehr sehenswert sein. Das ist also sehr schade, aber da das Resümee insgesamt sehr positiv ist, werde ich nächstes Jahr sicherlich noch einmal auf die PHP Benelux fahren und mir abseits der Veranstaltung mehr Zeit nehmen!

Ich danke Dir für das Interview!

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