Für unsere Entwickler Michael Klose und Matthias Hermsdorf ging es vorige Woche nach Barcelona. Aber nicht in den Urlaub – sondern auf das AngularCamp. Schließlich gab es bei dem Framework  in der Vergangenheit einige interessante Neuerungen. Dazu gehören das Release von Angular 2 im September 2016 und gleich im März der Versionssprung auf Angular 4.

 

Also genug Gründe, sich nach Barcelona zu begeben und mit der Community ausführlich auszutauschen. Ob nebenbei noch genug Zeit für Paella und Playa blieb, verraten uns Michael und Matthias im Interview.

 

Wie hat Euch die Veranstaltung gefallen? Wie waren die Organisation und der Ablauf?

Matthias: Die Veranstaltung war wirklich gut! Etwa 250 Besucher waren insgesamt angemeldet. Am ersten Tag wurden vor allem Vorträge gehalten, die auch im Schnitt sehr hochwertig und informativ waren. Am zweiten Tag gab es Workshops und Communityvorträge.

Die Sessions für den zweiten Tag wurden im Vorfeld über GitHub geplant und am Ende des ersten Tages in einer Übersicht ausgehängt. Dort verteilten die Nutzer Punkte und bekundeten so ihr Interesse. Die Beliebtheit bestimmte die Raumgröße.

 

Welche Inhalte gab es, die Euch interessiert haben? Konntet Ihr für Euch etwas mitnehmen?

Matthias: Mir persönlich hat ein Vortrag zum Thema CSS und Less sehr gut gefallen. Das hatte zwar nicht direkt mit Angular zu tun – war aber trotzdem sehr interessant und hilfreich. Dort ging es unter anderem um PostCSS und cssnext. Im Gegensatz zu den Präprozessoren Less und Sass handelt es sich hierbei und Postprozessoren. So kann man bereits in der kommenden CSS-Version entwickeln und lässt den Compiler daraus kompatiblen Code erzeugen, den die Browser verstehen. Es ist vergleichbar mit der Funktionsweise von Babel für kompatiblen JavaScript-Code, den wir bereits in unseren Projekten einsetzen.

Darüber hinaus lässt sich mit den Postprozessoren das Problem der Anpassung von Variablen und Bezeichnern lösen, beispielsweise damit die Programmierrichtlinien der Backend-Entwickler eingehalten werden oder deren Fachlichkeit sich in den Bezeichnern wiederfindet.

Michael: Das war allerdings auch einer der wenigen Vorträge der Veranstaltung, der nichts mit Angular zu tun hatte. Mein persönliches Highlight, auf das ich mich schon im Vorfeld gefreut habe, war am ersten Tag: Victor Savkin, ehemaliger Mitarbeiter von Google, der Teil des Angular Core Teams war und den Router in Angular mitentwickelt hat .

Er hat einen Vortrag über Muster und Techniken für das State Management innerhalb von Angular-Anwendungen mittels ngrx  gehalten, der sehr interessant und komplex war.

In großen Anwendungen wird es immer wichtiger, sich Fragen über die lokale Datenhaltung und der Anzeige in den Webansichten zu stellen und wie diese organisiert werden sollen. Ngrx ist von Redux inspiriert und dessen Store Implementierung bilden hierbei die Basis für die Verwaltung der Anwendungszustände. Die Aktionen beschreiben die Änderung des Zustandes und mittels Reducer-Funktionen wird der vorherige Zustand in den neuen Zustand überführt.

In dem Vortrag ging es vorrangig um Methodik und Umgang mit den von ngrx zur Verfügung gestellten Mitteln (Store, Effects), einer Art Kategorisierung von Aktionen und der Behandlung von Events. Ein aktueller Blogbeitrag zu diesem Thema ist dazu hier erschienen.

Die Videos von den Vorträgen des ersten Tages können wohl demnächst online angesehen werden und ich kann nur empfehlen, sich besonders diesen Vortrag anzuschauen.

Matthias: Muss man auch, denn Victor Savkin spricht ungefähr in doppelter Geschwindigkeit – das muss man sich öfter ansehen um ihn zu verstehen.

Ein weiteres Buzzword, das immer wieder fiel, waren die Progressive Web Apps . Diese Projekte starten als Websites. Dann wird aber ein Service Worker dazwischen geschaltet, der Daten zwischenspeichern kann. Am Ende hat man dann auf dem Telefon oder Desktop eine Applikation, die auch offline funktioniert.

 

Neben dem „fixen“ Programm am ersten Tag wurden am zweiten Tag Workshops angeboten. Welche habt ihr besucht und welche Inhalte gab es?

Michael: Ich habe am Freitag zunächst einen Workshop zum Thema Ionic besucht. Das ist ein Framework um hybride, auf allen Plattformen lauffähige Anwendungen zu schreiben. Mit Ionic können die nativen Steuer- und Funktionselemente mobiler Endgeräte (Android, iOS) wie zum Beispiel Menüelemente, Kamera oder auch der Fingerabdrucksensor genutzt werden.  Wie für Angular gibt es auch für Ionic eine CLI,  mit der schnell und einfach ein initiales Projekt aufgesetzt werden kann.  Im Workshop „Progressive Web App from Scratch to Deploy with Ionic 3“ von Simon Wicki wurde von der initialen Einrichtung über die Anbindung einer API, der Integration eines Service Workers und dem Deployment zu Firebase alles abgedeckt. – sehr spannend!

Matthias: Neben den Workshops gab es auch am zweiten Tag Vorträge. Mein Favorit behandelte die Frage: Wie bringe ich meinem Kind programmieren bei? Und die Antwort hieß Minecraft. Es gibt einen grafischen Editor für Minecraft, mit dem ich mit meiner Schildkröte Algorithmen durchführen kann: Laufe drei Schritte nach vorne, nach rechts und links und wiederhole diese Handlung. Dann kann man irgendwann umschalten vom grafischen zum Texteditor. Der Name des Mods ist Computercraft, für alle, die das einmal ausprobieren wollen.

 

Die Veranstaltung schien ja sehr international zu sein. Haben sich daraus interessante Gespräche und Kontakte ergeben?

Michael: Als die Veranstalter uns in die Mittagspause verabschieden wollten, haben sie uns aufgefordert, zwei Minuten mit einem Sitznachbarn zu sprechen, den wir noch nicht kennen. Dabei haben wir einen tschechischen Kollegen kennengelernt, mit dem wir gleich Mittag essen gegangen sind. Da konnte man gut über Projekte reden. Es ist immer interessant, sich mal mit internationalen Kollegen über deren Projekte und Arbeitsweise auszutauschen. So kann man eben auch immer gut die Atmosphäre der Veranstaltungen live mitnehmen – nicht nur auf YouTube. Die Nachbetrachtung der Themen der Veranstaltung muss man natürlich nachher noch machen, um bei dem vielen Input wirklich etwas für sich mitzunehmen und das Vermittelte zu festigen.

 

Barcelona hat ja auch abseits vom AngularCamp einiges zu bieten. Ihr seid noch einen Tag länger geblieben. Wie habt ihr den freien Tag genutzt?

Matthias: An den Abenden der Veranstaltung sind wir noch zum Strand gelaufen und haben dort gebadet. Das Mittelmeer ist dann doch etwas wärmer als die Ostsee.

Samstag sind wir etwa 15 km durch die Stadt gelaufen und haben uns viele Sehenswürdigkeiten angesehen. Allerdings nur von außen, Museen haben wir nicht noch betreten. Die geistige Kapazität war dann nach dem AngularCamp doch etwas erschöpft. Leider mussten wir am nächsten Morgen durch die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen früher zum Flughafen – da klingelte der Wecker doch sehr zeitig.

Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon aufs nächste AngularCamp.

Michael: Genau, ich dachte dabei an Finnland – da gibt es die nächste spannende Konferenz zum Thema Angular.

 

Ich danke Euch für das Interview!

 

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